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Blog:
Texte zu meinen Werken

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Literarisches:
Gedichte – Spuren – Fragmente

In den Jahren 1978 bis 1993 und erneut ab 2008 entstand einiges an Literatur, vor allem Lyrik, Kurzgeschichten und Fragmente. Die Texte sind bisher unveröffentlicht.

Um auf die Literaturseite zu gelangen: Hier klicken. (Passwort erforderlich)
 


Spiegelbild für Kuvertiermaschine –
für Samples einer Kuvertiermaschine, präpariertes Klavier
und Schlagzeug


(Spieldauer ca. 7’30’’)

ist eine Produktion im 4-Kanal-Verfahren. Die Zuhörer befinden sich in einem Raum mit entspre- chender Lautsprecherinstallation, auf die Anwesenheit aufführender Musiker wird verzichtet. Die Darstellung der Abwesenheit von Menschen ist künstlerisches Konzept. Der Mensch findet in meinem Stück innerhalb der vorzustellenden Maschinen- halle nicht statt, ist weggerückt, und nur wenige Hinweise verraten seine Existenz: symbolhaft ein weit entferntes Carrillon. Die Maschinen und ihre akustischen Äußerungen, als Beleg und Zeugnis ihres Daseins funktionieren scheinbar selbsttätig – ohne menschlichen Einfluss.

Das virtuelle Ensemble wurde neben eigenen Kuvertiermaschinen- und Pneumatik- Samples mit Samples von Emu-Systems (Trashy Metall, Frank Serafine, 1990) und Ironwood-Percussion- Samples von Xoxos ergänzt. Ein spannungsreiches Gegengewicht zum Maschinen-Part bilden die präparierten Klaviere: PreparationP von Tom Gersic und eigene Aufnahmen. Dazu kommen folgende virtuelle Instrumente: Orchesterglocken, Becken und Gongs, ein FX- Streicher-Setup; alle aus den Bibliotheken East West Quantum Leap Symphonic Orchestra Platinum und Native Instruments Kontakt 3. Weitere Geräusche und Klänge wurden mit VSTi-Software produziert und als Audio- Sample eingebunden.

Die Vision eines Spiegelbildes mit Aussagen auf zwei spiegelbildlichen Ebenen steht im Vorder- grund: Maschinen als Spiegel des menschlichen Ideals der Selbstvervollkommnung und Per- fektion. Gespiegelt: Menschen mit von Maschinen – im übertragenen Sinne der "Maschinerie" – manipuliertem bzw. aufoktroyiertem Verhalten. Darüberhinaus geht es – wieder eine Spiegelung – um die Speklulation des Eigenlebens von Maschinen. Die Komposition besteht aus 2 Teilen von je 3,5 Minuten Dauer. Das Fundament der Kom- position bildet eine ca. 3 minütige Kuvertierma- schinenaufnahme. Das Mikrofon wandert die Maschine stationsweise ab. Im ersten Teil wird das Sample vorwärts, im 2. Teil, horizontal gespiegelt, rückwärts abgespielt. Auf diese Grundstruktur setzt der musika- lische Prozess auf. Die Anordnung der beiden Teile als Spiegelbild legt Sym- metrie nahe, diese findet sich tatsächlich aber nur in der Grundstruktur. Musikalische Entwicklung findet also statt, ebenso wie das Generieren ständig neuer klanglicher Aspekte des Ausgangs- materials. Das korrespondiert mit der Vision des Inhalts: interaktiv agierende, kommunizierende Maschinen, losgelöst von ihrem Bestimmungszweck – eine sich vollziehende Beseelung, Selbst- werdung und Daseinsäußerung. Der Kommunikationsaspekt wird im Original, der 4.0-Aufnahme, viel transparenter als in der Stereo-Version, denn die Kommunikation findet im Surround-Feld – wieder ein Spiegel – und durch die Wahrnehmung transformiert in den Köpfen der Zuhörer statt.

Ist diese Musik als Kritik an der Idee nahezu autonom funktionierender Technologie zu verste- hen? Nein. Stellt sie eine Kritik an der menschlichen Gesellschaft dar? In gewisser Hinsicht. Wenn man nun schon soviel über das Stück weiß, muss man es dann überhaupt noch hören? Ja, denn es ist eine ungewönliche Musik mit wenig verbrauchten Tönen und Klängen. Handelt es sich um eine ernste Musik. Ja. - Ist es eine freundliche Musik? Auch ja.

Rainer Hilgers
im Dezember 2009

Als Hörbeispiel eine mp3 Datei :
>>> Spiegelbild, Teil 2 (Ausschnitt) Alle Rechte vorbehalten. Rainer Hilgers, 2008,
 


Anjas Paintings
8 Fragmente für manipulierte Cello-Samples


Als Assoziationsquelle für meine Komposition wählte ich die drei kleinformatige Ölbilder "Berg- quadrat", "Mondpuppe" und "Großvater Kurt mit Enkelin" meiner Frau, Anja Hilgers, aus. Das Bild "Bergquadrat" ist vollkommen abstrakt, der Titel bezieht sich allein auf das Bildformat, ein Quadrat, das durch zwei gegenläufige Diagonalen scheinbar symmetrisch aufgeteilt wird. In den sich so ergebenden vier Dreiecksegmenten, finden sich farblich stark kontrastierende Bergland- schaftselemente. - "Mondpuppe" ist eine ganz in konstruktivistischem Stil gehaltene Arbeit. Im Zentrum eine weibliche Figur in leuchtenden, postiven Farben und komplexer Aufteilung der Fläche. Der Hintergrund des Bildes wird von dunklen Erdfarben dominiert, dazu Blau und ein mit Weiß aufgehelltes Rot – in Bezug zu den Farben innerhalb der Figur. Man erkennt eine Mond- sichel dazu mindestens einen Planeten: die Erde. - Das Bild "Großvater Kurt mit Enkelin" zeigt im Vordergrund die genannte Personengruppe, die – offensichtlich mit Erstaunen – nach oben in den Himmel zu einem Punkt außerhalb des Bildes schaut. Die Gesichter der Personen sind vollständig in Weiß- und Grautönen gemalt. Im Hintergrund befindet sich eine auf die wesent- lichen Formen reduzierte Parklandschaft in leuchtenden, stark kontrastierenden Farben. Schemenhaft erkennt man im Mittelgrund links eine weitere Figur auf einer im Schatten befind- lichen Parkbank mit dem Rücken zum Betrachter.

Mein Stück "Anjas Paintings" bezieht sich auf diese Bilder nicht im konkreten Sinnbezug einer Programmatik; die einzelnen Bilder bzw. gegenständliche Bildinhalte sind als solche in meiner Musik nicht identifizierbar. Die Bilder waren vielmehr Anlass zu meiner Komposition, Eindrücke aus den Bildern, Phantasien, Assoziationen, Verknüpfungen, das Wesen der Formen und der Farben, ihr Wechselspiel miteinander, die Farben, der Strich, das Material. Die Bilder werden für das Hören, Entdecken und Miterleben der Musik nicht benötigt. Darüberhinaus stellen meine Klangkonstruktionen eher die Antithese der im Ausdruck sehr optimistischen, lebensjahenden Bildinhalte von Anja Hilgers dar.

Es handelt sich um eine Komposition für manipulierte Cello-Solo-Samples in 8 kurzen Fragmen- ten. Die Fragmente sind durch ca. 8 Sekunden lange Pausen voneinander getrennt; sie dürfen nicht herausgeschnitten werden, sie sind Bestandteil der Komposition. Die Spieldauer beträgt insgesamt 11'44''. Bei den von mir verwendeten Samples handelt es sich um Samples des West Quantum Leap Symphonic Orchestra dazu Cello-Samples von Claire Fitch u.a. Anders als bei der typischen Verwendung der Samples in einem virtuellen Instrument, das ein reales Instru- ment möglichst perfekt abbilden soll und durch Loop- und Release-Techniken dem Spieler z.B. die Möglichkeit bietet, beliebige Tonlängen zu erzeugen, wurden hier die Samples als Ganzes verwendet, das Sample mit Release als komplette Gestaltungseinheit. Oft wurden die Samples in der Tonhöhe dynamisch moduliert, sie wurden mit anderen Samples kombiniert und zu neuen Einheiten verbunden, melodisch und rhythmisch geordnet und teilweise geloopt. Über den Sequenzer wurden Midi-Patterns mit rhythmischen Strukturen komponiert, zum Teil auch als Improvisation umgesetzt und als Audio-Mitschnitt später weiterbearbeit, geschnitten und ergänzt. Zur besseren Handhabung wurden die so entstandenen Klänge zur Verwendung als virtuelle Instrumente erneut gesampelt.

Nach diesen vorbereitenden Arbeiten wurde jedes Fragment als Audioschicht angelegt und mit Melodie- und Klanginhalten mit den hergestellten (s.o) virtuellen Instrumenten sowie ergänzen- den Solo-Cello-Parts in Vierteltonstimmung und diversen Spielweisen zusammengefügt. Wegen der Komplexität der Tonhöhenmodulation sowie diverser Schnitt- und Einblendeffekte gehe ich davon aus, dass sich das hier erzielte Klangbild in einer relaen Performance so nicht erreichen lässt. Auf eine konventionelle Notation über den Dateiinhalt der Midi-Datei hinaus habe ich des- halb verzichtet. Der Stereo-Downmix des Gesamtstücks ist das Original.


Mit Ausnahme von Fragment 7 und 8 ist das Tempo der Musikstücke sehr gedehnt – etwa wie beim genauen Betrachten der Bilder, es geht um Entwicklung, es geht um die Details. Fragment 1 basiert auf Teilaspekten aus dem Bild "Bergquadrat". Fragment 2, 3 und 5 thematisieren verschiedene Aspekte des Bildes "Mondpuppe". In Fragment 4 und 8 stand das Bild "Großvater Kurt mit Enkelin" Pate, in Fragment 4 der Blick der Enkelin und in Fragment 8 der Park und die Situation. Die Fragmente 6 und 7 verweisen auf keine eindeutigen, gegenstandsbezogenen Assoziationen, sie sind persönliche Reflektion und Umdeutung von Bildinhalten, ihrer Farb- und Formgebung, ihres Ausdrucks.
>>> Anjas Paintings, Auschnitt Fragment 2 und Fragment 4 Alle Rechte vorbehalten. Rainer Hilgers, 2008,

Rainer Hilgers
im November 2008


Aktuell in Arbeit (10/2008)– Konzertstück in 3 Sätzen
für 2 Xylophone und Schlagzeug mit Beethoven-5-Zitat


Spieldauer ca. 7’30’’

Inzwischen steht das Stück vor der Fertigstellung, und die meisten Sequenzen halten meiner Intention stand, eine heitere, ausgelassene Musik. Produziert mit virtuellen Instrumenten der Platinum Edition des East West Quantum Leap Symphonic Orchestra und der Native Instrumentes Kontakt 3 VSL Orchestra Library.

Der erste Satz war ursprünglich inspiriert durch die Szene der "Mechanischen Tänze- rin" in Alxander Kordas Film der "Dieb von Bagdad" (1940). Die Musik hat sich während der Arbeit daran völlig verselbständigt und hat jetzt nichts mehr mit dieser Assoziation zu tun außer dem uhrgleichen Takt. In meinem Stück geht es um geistige Bewegung, um Forttreiben, Sich-forttreiben-lassen, auch um Bewegungsstrukturen, um ein generatives Sich-Entwicklen ohne nach einem konkreten Ziel zu streben, ein Weiterwollen, Weitermüssen in positivem, fast enthusiastischen Sinne. Im dritten Satz werden die antreibenden Xylophonbewegungen mit dem Zitat des Hauptmotivs aus Beethovens 5. Symphonie konfrontiert. Schließlich wird es unter Abwandlung als rhythmische Komponente integriert.

Die mp3-Datei enthält jeweils ein kurzen Ausschnitt aus Satz 1, 2 und 3:
>>> Konzertstück f. 2 Xylophone (3 Ausschnitte) Alle Rechte vorbehalten. Rainer Hilgers, 2008,

Rainer Hilgers
im Oktober 2008

In Blogform: Informationen, Stellungnahmen und Erklärungen zu meinen Kompositionen, meist noch während der Arbeit daran oder kurz später entstanden mit erläuternden Musikbeispielen. Bitte anklicken oder Seite abwärts rollen.

Oktober 2008 - Konzertstück für 2 Xylophone und Schlagzeug, vor Fertigstellung
November 2008 - Anjas Paintings, Anmerkungen, Erläuterungen
Dezember 2008 - Spiegelbild für Kuvertiermaschine, Einführung und Erläuterung
 

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R. Hilgers fotografiert  v.  A. Hilgers, © 2008

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